Beim Belenus! Hinkelstein- und Schattenwurf

Aus Herbarella Magazin Nr.62 – Bretagne – Steinewerfende Gallier und sturmsicherer Naturschatten – Text und Bilder: Silvedes AG – Tobias Franzke

Menhire in der Bretagne

Beim Besuch der Côte de Granit Rose mit den wild umherliegenden, von den Gezeiten rundgeschliffenen Granitblöcken, kann man sich gut vorstellen, dass diese Goscinny und Uderzo als Inspirationsquelle für den hinkelsteinwerfenden Obelix dienten. Oder tatsächlich die allgegenwärtigen Menhire, von denen sich gut ein Drittel aller französischen Exemplare in der Bretagne befinden. Zählt man die Steinreihen von Carnac hinzu, sind es sogar noch weitaus mehr. Auch beim Schlendern durch die zahlreichen pittoresken Dörfer der Bretagne mit ihren Granitbauten und bunten Fachwerkhäusern werden Comic-Erinnerungen wach.

Flugobjekte auf heimischen Terrassen

Nun hat der moderne Mensch zum Glück gar keine Angst mehr davor, dass einem wie Asterix und Konsorten der Himmel auf den Kopf fallen könnte.

Gar keine Angst? Nein!

Bestimmt erinnert sich mancher an Situationen auf der Sommerterrasse, wenn ein Windstoss Markise oder Sonnenschirm derart in Bewegung versetzt hat, dass der Sonnenschutz aus Angst vor ungewollten Flugobjekten schnell wieder verstaut werden musste. Den Bewohnern bleibt dann nichts anderes übrig, als in der Sonne zu sitzen oder sich ins Gebäudeinnere zu verziehen. Das muss nicht so sein.

Unsichtbar verankert

Anstatt die Hitze mit allerlei Sonnensegeln abhalten zu wollen, lassen sich Terrassen in behagliche Schattenplätzchen verwandeln. Mit Bedacht platzierte,  geeignete Schattenbäume produzieren Verdunstungskühle und schaffen ein angenehmes Mikroklima. Die Blattoberfläche heizt sich dabei im Gegensatz zum Storenstoff in keiner Weise auf, da die Lichtenergie durch Photosynthese in Sauerstoff und Zucker fürs Wachstum umgewandelt wird. Mit dem entsprechenden Know-how unsichtbar verankert, halten die Bäume Windböen stand und gedeihen dauerhaft im Pflanzgefäss. Die organische Baumform kann von versierter Gärtnerhand den Gegebenheiten immer wieder angepasst werden – ganz im Gegensatz zu statischen Markisen.

Auch das Timing stimmt:

Sobald es im Frühling in der Sonne unangenehm heiss wird, entfaltet sich das Blätterdach. Nach einem Farbenfeuerwerk im Spätsommer lässt dann die laubbefreite Krone die wohltuende Herbstsonne Glieder und Gemüt erwärmen und spendet im Winter den Wohnräumen Solarenergie. Schirmkronen halten die Aussicht frei, und nicht zuletzt schafft das Grün im Überkopfbereich ein stimmiges Ambiente.

Und mal ehrlich: Nach einem beschaulichen Bummel durch die Fachwerkstädtchen zieht wohl jeder ein baumbestandenes Gartencafé einem noch so grossen Sonnenschirm vor.

© Tobias Franzke – Silvedes AG

Ausblick auf Schattenbaum Terrasse mit Eames Chair im Wohnraum

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