So programmieren Sie Bewässerungscomputer richtig – bewährte Richtwerte aus der Praxis
Eine automatische Bewässerung erleichtert den Alltag auf der Terrasse erheblich und übernimmt einen Grossteil der Unterhaltsarbeit. Richtig eingestellt versorgt sie Pflanzen zuverlässig mit Wasser, spart Zeit und schützt die Investition in die Bepflanzung. Gleichzeitig ersetzt sie jedoch weder die Beobachtung der Pflanzen noch die Funktionskontrolle durch den Menschen.
Die folgenden Richtwerte dienen als praxisnahe Orientierung zur Programmierung von Bewässerungscomputern. Diese Einstellungen haben sich in von uns konzipierten und erstellen Anlagen bewährt und helfen dabei, die Bewässerung saisonal sinnvoll anzupassen.
Grundsätzliches zur automatischen Bewässerung
In unseren Klimazonen ändern sich Wasserbedarf und Verdunstung im Laufe des Jahres deutlich. Während im Hochsommer regelmässige Wassergaben nötig sind, kann vor allem im Herbst mit grösseren Abständen gearbeitet werden.
Die Wassermenge pro Durchgang wurde bei der Erstellung des Bewässerungskonzeptes für jede einzelne Pflanze/jedes Gefäss festgelegt.
Bei stark abweichendem Wasserbedarf der Pflanzengattungen oder sehr unterschiedlichen Standortfaktoren können mehrere Bewässerungskreise erstellt werden.
Die unterjährigen Änderungen betreffen das Giessintervall – also die Abstände zwischen den einzelnen Wassergaben.
Wenn Pflanzsubstrate stark abgetrocknet sind, müssen sie zuerst aufquellen, um Wasser aufnehmen zu können. Daher wird nach unserem System an jedem Bewässerungstag zuerst mit einer kleineren Wassermenge vorab gewässert, die grössere Wassermenge folgt in zeitlichem Abstand. Dieses Vorgehen empfehlen wir auch beim manuellen Wässern: Pflanzen richtig giessen

Mehrere Bewässerungscomputer für unterschiedliche Bewässerungskreise
Bewährtes Bewässerungsmaterial
Für die Bestandteile der Bewässerungsanlage wie Zuleitungen, Tropfer und Schläuche wird von uns das Profi-Material aus dem Produktionsgartenbau verwendet. Somit lassen sich die Wassermengen pro Pflanze/Gefäss genau festlegen, ohne dass diese versehentlich verändert werden könnten.
Für die Steuerung der Bewässerungsanlage hingegen haben sich einfache, netzunabhängige Bewässerungscomputer bewährt, wie sie in verschiedenen Modellen erhältlich sind.
Gardena hat in den vergangenen Jahren drei Produktlinien lanciert, auf deren Programmierung wir hier näher eingehen:
Gardena Bewässerungscomputer richtig programmieren (ältere Modelle)
Gardena C1060 (mit oder ohne Solar)
Diese Geräte erlauben die Programmierung von Bewässerungen in festen Tagesabständen (z. B. jeden 2., 3. oder 5. Tag).
Nach dem letzten Frost bis etwa Mitte August
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PROG 1: Jeden 2. Tag um 4.00 Uhr für 10 Minuten plus
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PROG 2: Jeden 2. Tag um 5.00 Uhr für 20 Minuten
Ab Mitte/Ende August bis Mitte/Ende September
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PROG 1: Jeden 3. Tag um 4.00 Uhr für 10 Minuten plus
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PROG 2: Jeden 3. Tag um 5.00 Uhr für 20 Minuten
Ab Mitte/Ende September bis zum ersten Frost
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PROG 1: Jeden 5. Tag um 4.00 Uhr für 10 Minuten plus
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PROG 2: Jeden 5. Tag um 5.00 Uhr für 20 Minuten

Der Gardena Master Solar ist leider nicht mehr erhältlich.
Gardena Bewässerungscomputer richtig programmieren (neuere Modelle)
Gardena Master, Select und Bluetooth-Modelle sowie Gardena Smart System
Diese Modelle ermöglichen die Programmierung nur über feste Wochentage.
Nach dem letzten Frost bis etwa Mitte August
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PROG 1: Dienstag, Donnerstag, Samstag um 4.00 Uhr für 10 Minuten plus
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PROG 2: Dienstag, Donnerstag, Samstag, Sonntag um 5.00 Uhr für 20 Minuten
Etwa Mitte/Ende August bis Ende September
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PROG 1: Montag, Mittwoch, Samstag um 4.00 Uhr für 10 Minuten plus
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PROG 2: Montag, Mittwoch, Samstag um 5.00 Uhr für 20 Minuten
Etwa Ende September bis zum ersten Frost
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PROG 1: Dienstag & Freitag um 4.00 Uhr für 10 Minuten plus
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PROG 2: Dienstag & Freitag um 5.00 Uhr für 20 Minuten
Vorteile Gardena Smart System
Das Gardena Smart System erlaubt ähnliche Programmierungen wie die einfachen Zeitschaltuhren.
Der grosse Vorteil liegt aber darin, dass über WLAN von überall her Änderungen vorgenommen werden können. So kann in jeder Situation – beispielsweise bei einer Zugfahrt oder aus den Ferien – Einfluss auf die Bewässerung genommen werden. Sensoren in einzelnen Pflanzgefässen zeichnen zudem Temperatur und Feuchtigkeit eine Woche lang auf und erlauben somit eine direkte Kontrolle aus der Ferne.

Bei extremer Hitze auch an die Pflanzen denken!
Wichtige Anpassungen bei Wetterextremen
Je nach Witterungsverlauf sollten Sie die Giessintervalle verlängern oder verkürzen. In besonders heissen Phasen bietet sich die Nutzung der manuellen Funktion an, um an bewässerungsfreien Tagen gezielt zusätzliche Wassergaben zu ermöglichen – ohne die Grundprogrammierung zu verändern.
Wenn das ganze Land unter einer Hitzewelle stöhnt, sind auch Ihre Terrassenpflanzen für tägliche Wassergaben dankbar.
Da die Pflanzgefässe in unseren Projekten grosszügigen Wurzelraum bieten, ist ausserhalb dieser Hitzephasen eine tägliche Bewässerung nicht empfehlenswert.
Saisonale Bewässerungsdauer und Regenpause
Saisonale Bewässerungsdauer
Die Funktion ‚Saisonale Bewässerungsdauer‘ (Einstellung in %) wird von uns nicht empfohlen, da hierbei lediglich die Wassermenge pro Einsatz reduziert wird, nicht jedoch das Giessintervall verlängert.
Regenpause sinnvoll nutzen
Die Funktion ‚Regenpause‘ ist hingegen sehr empfehlenswert. Bei anhaltendem starkem Niederschlag können alle programmierten Bewässerungsschritte für eine frei wählbare Anzahl von Tagen ausgesetzt werden. Nach Ablauf der Pause werden sämtliche Programme automatisch wieder aktiviert.
Vorsicht bei Pflanzen im Regenschatten oder mit ‚Regenschirm-Effekt‘ – siehe auch: Pflanzen richtig giessen

Der Bewässerungscomputer muss für die Frostperiode demontiert werden. Dank dem Winterzwischenstück kann trotzdem manuell bewässert werden.
Frostschutz und Winterlagerung
Alle hier genannten Bewässerungscomputer müssen konsequent vor Frost geschützt werden:
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Geräte für die Wintersaison abmontieren und frostsicher lagern
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bei Solarmodellen den voll geladenen Akku am Kabel ausstecken
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bei batteriebetriebenen Modellen die 9V-Blockbatterie entfernen und idealerweise jede Saison ersetzen
Wichtige Hinweise zur Pflanzenpflege
Alle Angaben stellen Richtwerte ohne Gewähr dar und sind auf von uns konzipierte Bewässerungsanlagen ausgelegt. Der tatsächliche Wasserbedarf hängt von Pflanzentyp, Standort, Substrat und Wetterverlauf ab und sollte regelmässig überprüft werden.
Zudem entwickeln sich Pflanzen über die Jahre, unsere Anlagen können dazu auf einen veränderten Wasserbedarf angepasst werden.
Eine automatische Bewässerung:
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erleichtert den Pflanzenunterhalt erheblich
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ersetzt jedoch keine visuelle Kontrolle
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ist keine ‚Lebensversicherung‘ für die Pflanzen
Ein manuell abgestellter Wasserhahn oder eine leere Batterie können zu grossen Schäden führen, haben Sie darum immer ‚ein Auge‘ auf Ihre grünen Lieblinge.
Im Gegensatz zu laubabwerfenden Gehölzen müssen immergrüne Pflanzen bei längeren Trockenphasen auch im Winter bewässert werden – insbesondere in Regenschattenlagen.
Wenn Sie diese Hinweise beachten und sich bewusst machen, dass Pflanzen wie alle Lebewesen auf saisonale Unterschiede und Wetterkapriolen reagieren, werden Sie lange Freude an Ihren prächtig gedeihenden Pflanzen haben.



