Baumsybiosen
Im urtypischen Italien wie auch am heimischen Lieblingsort.
Aus Herbarella Magazin Nr.68 – Marken – Baumsybiosen – Text und Bilder: Silvedes AG – Tobias Franzke
Marken – zwischen der Schweiz und Afrika
Die Marken sind nicht nur unter Touristen bislang wenig bekannt. Selbst für viele Italiener ist die Region ein blinder Fleck auf der Landkarte. Im Jahr 1957 schrieb der italienische Reiseschriftsteller Guido Piovene über die Marche: ‘In Mailand denkt man, sie liegen an der Grenze zu Afrika, in Palermo werden sie in der Nähe der Schweiz vermutet’.
Tropfsteinhöhlen und Trüffel
Neben weissen Adriastränden und den rauen Ausläufern des Apennins bietet die Region an der Wade des Italienischen Stiefels zahlreiche weitere Naturwunder. Erst 1971 wurden die gigantischen Tropfsteinhöhlen von Frasassi mit über 20 Meter hohen Stalagmiten entdecket. Weitaus länger weiss man um die besonderen Trüffelvorkommen südliche von Urbino. Vor Allem rund um die Trüffelhochburg Acqualagna erschnüffeln speziell geschulte Vierbeiner die heiss begehrten Knollen.
Symbiose Mensch und Baum
Der aromatische Pilz lebt in Symbiose mit bestimmten Baumarten. So sollen unter alten Eichen die qualitativ besten Trüffel zu finden sein. Der Pilz ist vom Baum als Lieferant essenzieller Nährstoffe aus tiefen Bodenschichten abhängig und bietet im Austausch spezielle Enzyme, die das Gehölz im Stoffwechsel unterstützen. Eine solche Win-Win-Situation können auch Mensch und Baum eingehen. Wird ein Terrassenbaum im Gefäss kultiviert, ist er definitiv auf zusätzliche Wassergaben – sei es von Menschenhand oder durch technische Helfer – angewiesen. Und im Gegenzug bietet der Baum den Bewohnern einen malerischen Anblick und nährt ein tief im Unterbewusstsein verankertes Gefühl der Geborgenheit.
Lieblingsort Baumschatten
Ein weiterer signifikanter Zugewinn liegt – insbesondere auf sengend heissen Attikaterrassen – im wohltuenden natürlichen Schatten. Der sommerliche Aufenthalt im Freien wird erst Dank der Schattenbäume zum Vergnügen. Nun würde der Mensch wohl auch unter einem konventionellen Sonnenschirm überleben. Die grünen Schattenspender jedoch kühlen die Umgebung aktiv auf ein angenehmes Mass ab und werten damit den Alltag der Terrassenbesitzer deutlich auf. So wie die Eiche mit dem Trüffel an Ihren Füssen besser gedeiht, profitiert der Mensch von der grünen Klimaanlage und hält dafür mit seiner Zuwendung den Baum am Leben.
Ferienstimmung zuhause
Wer in seinem persönlichen Wohnumfeld die Qualitäten eines solchen lebendig-grünen Entspannungsortes geniessen darf, kann jeden Tag eine Portion Ferienstimmung tanken. Und trotzdem vortrefflich Reisepläne schmieden – möglicherweise in die einst von Autor Piovene als ‘Destillat Italiens’ bezeichneten Marken.
© Tobias Franzke – Silvedes AG




