Worin besteht der Unterschied zwischen Erden und Substraten? Was verstehen Gärtner darunter?
Auszug aus: Erden und Substrate – auf gutem Grund – erschienen im Hauseigentümer Schweiz HEV – 10-2025 – Text und Bilder: Silvedes AG – Tobias Franzke
Was bedeutet Erde?
Beim gewachsenen Boden sprechen die Gärtner von Erde. Sie besteht aus organischen und mineralischen Bestandteilen wie Lehm, Sand oder Kies.
Das organische Material ist recycelt – es handelt sich um verrottende Pflanzenteile, Kompost oder tierische Hinterlassenschaften. Die Gesamtheit der abgestorbenen organischen Substanz im Boden bezeichnet man als Humus.
In unseren Gärten wachsen die wenigsten mehrjährigen Pflanzen genau an jenem Ort, wo einst der Samen gekeimt hat. Der Standort wird – wie von der Natur
eigentlich überhaupt nicht vorgesehen – im Laufe eines Pflanzenlebens immer wieder verändert. Die allermeisten Gewächse werden in Gefässen oder in einer Baumschule herangezogen, bis sie irgendwann am Bestimmungsort in die Erde gepflanzt werden. Gefässkulturen wachsen fast ausschliesslich in Substraten.
Was ist ein Substrat?
Unter einem Substrat versteht man eine speziell zusammengestellte Mischung als Wachstumsunterlage – aus organischen und im Idealfall auch mineralischen
Bestandteilen. Der organische Teil besteht vielfach aus Kompost, Holz- oder Rindenprodukten, Torf oder Kokosfasern. Bisweilen werden auch Gras- und Reisspelze oder Hanffasern beigemischt. Als mineralische Komponente stehen natürlich vorkommende Materialien wie Bims- oder Lavastein, Ton sowie Sand, Splitt oder Kies zur Auswahl. Ebenfalls natürlichen Ursprungs sind Vermiculite, Blähschiefer, Perlite und Blähton. Diese Zuschlagstoffe müssen allerdings teilweise sehr stark erhitzt werden, was die Produktion energieintensiv macht. Der Vorteil liegt im geringen Volumengewicht, das besonders bei der Bepflanzung grösserer Gefässe oder Tröge von Vorteil ist.




